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Luchs

Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Raubwild, Jagdrecht vor

Luchs

Der Luchs ist die größte heimische Katzenart Mitteleuropas. Seine Schulterhöhe ist etwa mit der eines Deutschen Schäferhundes vergleichbar, sein Körper ist jedoch deutlich leichter und katzentypisch gebaut. Kennzeichnend sind die Pinselohren, der ausgeprägte Backenbart und der kurze, wie abgeschnitten wirkende Stummelschwanz. In der Jägersprache heißt das männliche Stück Kuder, das weibliche Luchsin, Katze oder Kätzin; die Jungen werden allgemein auch Luchswelpen, jagdsprachlich Katzluchse genannt.

Der Luchs ist ein Einzelgänger mit großen Streifgebieten und ein Pirsch- und Überraschungsjäger: Er nähert sich seiner Beute möglichst unbemerkt und schlägt sie nach einem kurzen Sprint oder Sprung. Zu seiner wichtigsten Beute zählen in Mitteleuropa Rehe, regional – besonders im Alpenraum – auch Gämsen. Einen größeren Riss nutzt er häufig über mehrere Nächte und deckt ihn zwischen den Mahlzeiten mit Laub, Gras, Moos oder Schnee ab.

Besonders während der Ranzzeit im Februar und März sind die weit tragenden Rufe von Kuder und Luchsin zu hören. Sie können an Hundegebell, Fuchsschreie oder das Bellen eines Rehs erinnern.

Nachdem der Luchs bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Westeuropa und großen Teilen Mitteleuropas ausgerottet worden war, kehrte er durch Wiederansiedlungen, natürliche Ausbreitung und aus erhaltenen Restbeständen in einige Regionen zurück. In Deutschland unterliegt er dem Bundesjagdgesetz, besitzt keine Jagdzeit und ist grundsätzlich ganzjährig geschont; zugleich ist er nach dem Bundesnaturschutzrecht streng geschützt. In Österreich richten sich jagdrechtliche Stellung, Schonzeit und mögliche Ausnahmen nach dem jeweiligen Landesrecht. Unabhängig davon steht er in der gesamten Europäischen Union unter dem strengen Schutz der FFH-Richtlinie; Entnahmen sind nur unter deren Ausnahmevoraussetzungen zulässig.

In der Praxis

Der Luchs wird regelmäßig zu groß geschätzt, deshalb zuerst die Zahlen: meist 50 bis 70 Zentimeter Schulterhöhe, Kuder in Mitteleuropa häufig 20 bis 25 Kilogramm, weibliche Stücke 15 bis 20. Alter, Region und Ernährungszustand sorgen für erhebliche Abweichungen. Pinselohren, Backenbart und Stummelrute sind in ihrer Kombination charakteristisch.

Die Ranz liegt überwiegend im Februar und März; nach etwa 67 bis 74 Tagen werden die Jungen meist im Mai oder Juni gesetzt. Eine Eiruhe hat der Luchs nicht. Sein männliches Stück heißt Kuder, nicht Rüde — dasselbe gilt für die Wildkatze.

Rechtlich steht er in Deutschland doppelt: Er unterliegt dem Jagdrecht, hat aber keine reguläre Jagdzeit und ist zugleich nach Naturschutzrecht streng geschützt. In Österreich ist er nach den landesrechtlichen Jagdvorschriften grundsätzlich ganzjährig geschont; behördlich zugelassene Ausnahmen bleiben möglich. Seine Spur ist rund, sieben bis neun Zentimeter, die Zehen asymmetrisch gesetzt, Krallen meist nicht sichtbar — für die Ansprache genügt ein einzelnes Trittsiegel dennoch nicht.

▶ Stimme des Luchs anhören

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