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Rehwild

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Rehwild

Rehwild ist in Deutschland und Österreich die kleinste und häufigste heimische Schalenwildart. Das männliche Stück ist der Bock, das weibliche die Ricke – regional auch Rehgeiß oder Geiß –, die Jungen sind Kitze; ein einjähriges weibliches Stück heißt Schmalreh. Der Bock trägt ein Geweih, das jagdsprachlich Gehörn heißt.

Rehwild ist ein Schlüpfertyp und lebt einzeln oder in kleinen Familienverbänden, im Winter auch im Sprung. Als Konzentratselektierer äst es bevorzugt nährstoffreiche, leicht verdauliche und wenig verholzte Pflanzenteile, etwa Knospen, junge Triebe und Kräuter.

Eine Besonderheit ist die Fortpflanzung. Die Paarungszeit, die Blattzeit, fällt auf Juli und August. Danach folgt die Keimruhe: Die befruchtete Eizelle entwickelt sich zunächst nicht weiter, die eigentliche Trächtigkeit beginnt erst im Dezember. Die Kitze werden im Mai und Juni gesetzt.

Hat Rehwild eine Störung wahrgenommen, deren Ursache es noch nicht sicher einschätzen kann, schreckt es mit einem kurzen, bellenden Laut, der mehrfach aufeinanderfolgen kann. Kitze nehmen mit einem hellen Kitzfiep Kontakt zur Ricke auf; während der Brunft fiept die Ricke nach dem Bock. Bei der Blattjagd werden je nach Situation unter anderem Geißenfiep, Kitzfiep, Sprengfiep und Angstgeschrei nachgeahmt.

In der Praxis

Das Rehjahr ist knapp getaktet. Der Bock bezieht sein Revier im März oder April, markiert es und verteidigt es gegen andere Böcke — bis etwa August. Im Herbst und Winter lässt das nach, dann schließen sich Rehe zu Sprüngen zusammen. Ganzjährig territorial ist der Bock also nicht.

Die Blattzeit liegt etwa zwischen Mitte Juli und Mitte August, mit dem Schwerpunkt Ende Juli und Anfang August; ein fester Kalendertag lässt sich nicht nennen. Nach einer etwa vier- bis viereinhalbmonatigen Keimruhe setzt die stärkere Embryonalentwicklung im Dezember oder Januar ein. Die Tragzeit beträgt insgesamt rund neuneinhalb Monate; die meisten Kitze werden im Mai und Juni gesetzt, häufig als Zwillinge.

Bei der Äsung gilt das Reh als Konzentratselektierer: Es wählt nährstoffreiche, leicht verdauliche Pflanzenteile und verträgt grobes, faserreiches Futter schlecht. Gemeint ist die Auswahl, nicht Kraftfutter. Die alte Einteilung in Schlüpfer- und Läufertyp — kurze Sätze in die Deckung gegen ausdauernde Flucht wie beim Rotwild — bleibt eine brauchbare Merkhilfe, mehr aber nicht: Feldrehe laufen durchaus ausdauernd.

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Verwandte Begriffe

Blattzeit Keimruhe Sprung Brunft Ricke Gehörn

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