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Rehbock
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Rehwild vor
Der Rehbock ist das männliche Stück Rehwild. Sein Kopfschmuck ist ein Geweih, das beim Rehbock jagdsprachlich Gehörn heißt. Es besteht aus zwei Stangen, die regulär meist ein bis drei Enden tragen; zusätzliche Enden und abnorme Bildungen kommen vor. Trägt es beiderseits je drei Enden, spricht man von einem geraden Sechserbock.
Ab dem zweiten Lebensjahr wirft der Bock sein Gehörn jährlich ab, gewöhnlich zwischen Oktober und Dezember; ältere Böcke meist früher als jüngere. Bockkitze folgen einem abweichenden ersten Geweihzyklus. Unmittelbar nach dem Abwurf beginnt das neue Wachstum; im Frühjahr wird die Basthaut durch Fegen abgestreift, wobei junge Gehölze beschädigt werden können.
Anders als das überwiegend rudelbildende Rotwild leben vor allem ausgewachsene Rehböcke im Sommerhalbjahr territorial: Sie besetzen und verteidigen Territorien, die sie durch Fegen und Plätzen markieren; jüngere oder vertriebene Böcke bleiben zeitweise ohne eigenes Territorium. Im Winter endet die aktive Abgrenzung, und Rehwild schließt sich zu Sprüngen zusammen. In der Blattzeit im Juli und August treibt der Bock die Ricke; beim kreisförmigen Treiben entstehen in Wiesen oder Getreide niedergetretene Spuren, die Hexenringe genannt werden.
Bei Beunruhigung schreckt auch der Bock mit einem kurzen, bellenden Laut, besonders während der Brunft. In der Blattzeit kann er auf den nachgeahmten Fiepton einer Ricke reagieren und sich dadurch heranblatten lassen. Beim Ansprechen werden Geschlecht, mutmaßliche Altersklasse und körperlicher Zustand anhand mehrerer Merkmale wie Körperbau, Verhalten, Haarwechsel und Gehörnentwicklung eingeschätzt; die Gehörnstärke allein erlaubt keine sichere Altersbestimmung.
In der Praxis
Die Gehörnentwicklung verändert sich zwar mit dem Alter, wird aber ebenso von Ernährung, Lebensraum, Gesundheit und Veranlagung beeinflusst. Stärke und Endenzahl erlauben deshalb keine verlässliche Altersbestimmung am einzelnen Bock: Ein Jährling kann ein starkes Gehörn tragen, ein alter Bock ein geringes.
Angesprochen wird der Körper. Junge Böcke wirken häufig hochläufiger und leichter, mit dünnem langem Träger und feinem Haupt; ältere sind kompakter und stärker in Träger und Vorderpartie, das Haupt wirkt kantiger und das Verhalten gesetzter. Stellung, Jahreszeit, Kondition und individuelle Unterschiede können dieses Bild erheblich verändern.
In der Blattzeit ist das Verhalten ohnehin verfälscht: Dann treiben auch alte Böcke unvorsichtig. Auch die Zeitregel trägt nur begrenzt. Ältere Böcke werfen und fegen im Mittel früher als junge, doch die Zeiträume überschneiden sich stark und beweisen kein bestimmtes Alter. Sicherer wird es erst am erlegten Bock: Der noch nicht abgeschlossene Wechsel des dreiteiligen Milchprämolaren zum zweiteiligen Dauerprämolaren belegt das Jährlingsalter; nach abgeschlossenem Zahnwechsel erlaubt auch die Zahnabnutzung nur noch eine Altersschätzung.
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