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Eiruhe
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Raubwild, Rehwild vor
Die teils monatelange Unterbrechung der Embryonalentwicklung, auch Keimruhe oder Vortragezeit genannt. Sie verlängert die Tragzeit etwa bei Rehwild, Dachs, Marder, Hermelin und Seehund, damit die Jungen in die klimatisch günstige Jahreszeit gesetzt werden. Klassisches Beispiel ist das Rehwild mit Beschlag im Sommer und Setzzeit im Frühjahr.
In der Praxis
Zwischen Paarung und Geburt liegt bei manchen Arten eine Zeit, die mit der eigentlichen Entwicklung wenig zu tun hat. Die Keimblase bleibt lange frei in der Gebärmutter; je nach Art ruht die Entwicklung dabei weitgehend oder läuft — wie beim Reh — stark verlangsamt weiter. Die Einnistung in die Schleimhaut erfolgt erst viel später. Fachlich heißt das embryonale Diapause oder verzögerte Implantation, jagdsprachlich Eiruhe, Keimruhe oder Vortragezeit.
Welche Arten sie haben, ist eine typische Prüfungsfrage. Beim heimischen Wild sind es Reh, Dachs, Baum- und Steinmarder sowie Hermelin. Fuchs, Luchs und Iltis haben sie nicht — dort folgt die Entwicklung unmittelbar auf die Paarung.
Das Reh ist der Lehrfall. Nach der Blattzeit im Juli und August entwickelt sich die Keimblase vier bis fünf Monate nur sehr langsam; ab Dezember beschleunigt sich das, die Einnistung fällt etwa auf den Jahreswechsel, gesetzt wird überwiegend im Mai. Die gesamte Tragzeit beträgt so rund neuneinhalb Monate, die rasche Entwicklung nur etwa fünf. Diese Gesamtzeit darf man deshalb nicht mit der Tragzeit anderer Arten vergleichen.
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