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ziehen
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Allgemeine Jagdkunde, Federwild vor
Schalenwild bewegt sich langsam und ungestört fort; auch das Fliegen der Zugvögel wird als Ziehen bezeichnet. Flüchtendes Wild zieht nicht, es flüchtet; die Gangart verrät dem Beobachter den Grad der Beunruhigung.
In der Praxis
Ziehen ist ein Gangartwort, und die Jägersprache nimmt Gangarten genau. Schalenwild zieht, wenn es sich ruhig und ungestört fortbewegt — auf dem Wechsel zur Äsung, im Rudel über eine Wiese, entlang eines Waldrandes. Davon abzugrenzen ist die hochflüchtige Bewegung: Flüchtendes Wild zieht nicht, es flüchtet, und bei weiten Sprüngen spricht man von Fluchten.
Für den Ansitz ist die Beobachtung des Ziehens unmittelbar praktisch. Ruhig ziehendes Wild ist nicht beunruhigt; es äst zwischendurch, sichert gelegentlich und lässt sich ansprechen. Ändert sich das Bild — zügiges Durchziehen ohne Äsen, häufiges Sichern, plötzliches Verhoffen —, ist etwas im Gange, das man nicht sieht: ein Spaziergänger, ein Hund, eine ungünstige Windkehre. Die Gangart ist damit ein Frühwarnzeichen für die eigene Situation.
Das Wort hat noch eine zweite Bedeutung, die in der Prüfung mitgefragt wird: Auch der Flug der Zugvögel heißt Ziehen, etwa wenn Enten am Abend zum Äsungsgewässer ziehen; der Ort heißt Entenstrich. Verwandte Gangartwörter grenzen daran an, und ihre Zuordnung wird gern verwechselt: Der Hase rückt oder rutscht beim Äsen, Fuchs, Wolf und Luchs schnüren, und trollen bezeichnet den Trab des Schalenwildes.
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