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Rotwild

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Rotwild

Nach dem Elch ist der Rothirsch die größte Hirschart Europas; Rotwild wird traditionell zum Hochwild gezählt. Das männliche Stück heißt Hirsch; weibliche Stücke im zweiten Lebensjahr heißen Schmaltiere, nach dem ersten Setzen Alttiere – jagdliche Altersklasseneinteilungen verwenden den Begriff vielfach ab dem dritten Lebensjahr. Die Jungtiere im ersten Lebensjahr sind Kälber; weibliches Rotwild und Kälber zusammen heißen Kahlwild. Der Hirsch trägt ein Geweih, das jährlich abgeworfen und neu geschoben wird.

Rotwild nutzt bevorzugt offene und halboffene, äsungsreiche Landschaften mit ausreichender Deckung, kann aber auch strukturreiche Wälder besiedeln. In Mitteleuropa haben menschliche Störungen, intensive Landnutzung und die Zerschneidung der Landschaft seine freie Lebensraumwahl stark eingeschränkt. Rotwild ist ein Rudeltier; Kahlwildrudel und Hirschrudel leben den größten Teil des Jahres getrennt.

Die Brunft fällt auf September und Oktober. Der Platzhirsch hält das Brunftrudel zusammen und verteidigt es gegen Rivalen; schwächere Hirsche, die sich in der Nähe des Brunftrudels halten, werden Beihirsche genannt. Zu den Brunftlauten gehören das weithin hörbare Röhren sowie leisere Lautformen wie Trenzen und Knören. Ebenbürtige Rivalen versuchen den kräftezehrenden Kampf zunächst durch Droh- und Imponierverhalten zu vermeiden; kommt es dennoch dazu, sind schwere und vereinzelt tödliche Verletzungen möglich. Vor allem stark an der Brunft beteiligte Hirsche können gegenüber ihrem Vorbrunftgewicht rund 20 Prozent verlieren.

In Deutschland und Österreich wird die Rotwildbejagung landesrechtlich geregelt und erfolgt grundsätzlich nach behördlich bestätigten oder festgelegten Abschussplänen beziehungsweise Mindestabschüssen; regional bestehen Ausnahmen. Übliche Jagdarten sind Ansitz, Pirsch und Bewegungsjagd.

In der Praxis

Der Platzhirsch ist kein Rudelführer. Außerhalb der Brunft leben die Geschlechter getrennt, und im Kahlwildrudel liegt die soziale Führung woanders.

Kahlwildrudel beruhen auf Mutterfamilien; bei Ortswechseln und Gefahr übernimmt häufig ein erfahrenes Alttier die Führung. Mit alten Alttieren kann wichtiges Wissen über Einstände, Wechsel und Gefahren verloren gehen. Hirsche bilden außerhalb der Brunft eigene Rudel, sehr alte Hirsche leben häufig einzeln. Die Brunft fällt regional auf Anfang September bis Oktober; das Röhren dient Kontakt, Imponieren und Herausforderung zugleich.

Mehrere deutsche Länder weisen Rotwildgebiete oder vergleichbare Bewirtschaftungsräume aus; Bezeichnung und Rechtsfolgen unterscheiden sich. In Bayern sind Jagdreviere, soweit sie außerhalb eines Rotwildgebietes oder eines Wildgeheges liegen, rotwildfrei zu machen und zu halten. Österreich kennt ebenfalls nur Landesmodelle: Salzburg und Vorarlberg unterscheiden beim Rotwild Kern-, Rand- und Freizonen.

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Verwandte Begriffe

Kahlwild Brunft Stück Bewegungsjagd Platzhirsch Hochwild

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